The Trinidad Diaries
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wThursday, June 20, 2002


Donnerstag, 20/06/2002

"It never rains in California..."

Heute sind Heike und ich dann nach einem spaeten und ausgiebigen Fruehstuck langsam aber sicher Richtung Flughafen gestartet. Unterwegs begegneten wir einem Einheimischen, der uns dringend seine CD verkaufen wollte. Unser erstes Ablehnen nahm er zum Anlass, seinen Ghettoblaster, den er um den Hals haengen hatte, voll aufzudrehen und neben uns herzulaufen. Waehrend ich damit beschaeftig war, in der drueckenden Hitze unser Gepaeck zu schleppen, musste ich mir echt Muehe geben, seine Fragen wie "Can you hear the vibe?" und "Nice music, eh?" mit einem hoeflichen Nicken zu beantworten und nicht einfach auszurasten.
Aber ein bisschen scheint die karibische Mentalitaet dann doch abgefaerbt zu haben, so dass ich eher dazu uebergegangen bin, locker mitzufedern.
Am Flughafen haben wir dann die verbliebene Wartezeit mit einem Eis ueberbrueckt. Der Flug war relativ ereignislos, bis auf die Tatsache, dass es kurz vor dem Start heftig zu regnen anfing. Unterwegs war dann kurz gutes Wetter, und dann hatte Trinidad uns mit seinem Regen wieder.
Sams Frau holte uns dann vom Flughafen ab, nachdem wir bei BeeWee Heikes Flugdaten geprueft hatten - und siehe da: sie fliegt morgen eine Stunde frueher als geplant.
Mittags haben wir dann Dani wiedergetroffen, der sich am Vormittag in San Fernando auf dem Kongress vergnuegt hatte. Und nun sitzen wir gerade in der Bibliothek und beratschlagen, wo wir demnaechst was zu Essen auftreiben koennen.

posted by one of the lobsters at 21:53


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Nachtrag Mittwoch, 19/06/2002

"Probiers mal... mit Gemuetlichkeit..." / "Ich bin der Koenig im Affenstall"

Heike und ich haben den Tag im wahrsten Sinne des Wortes am Strand verdroemelt. Ich bin gute dreihundert Seiten in meinem Buch vorangekommen - und habe mich zwischendurch immer wieder im Wasser abgekuehlt. Einfach herrlich.

Dani ist morgens gegen zehn mit den Hollaendern zu der schon lange geplanten Inseltour gestartet. Zunaechst ging es mit Sams Bus Richtung Chaguaramas, von wo aus ein Boot gechartert wurde.
Leider erwies sich der Skipper aehnlich intelligent wie damals Sting auf der Tour zum Asa Wright - am Hotelstrand mit den Wasserrutschen fuhr er schlicht kommentarlos vorbei, und auch sonst kommentierte er rein gar nichts.
Dann gab es noch einen Stop an einem riesigen (etwa zwei mal zwei Meter grossen) Strand, der komplett von Felsen eingeschlossen war. Von dort sollte es eigentlich noch zu den Gasparee Caves gehen sollen, aber leider war es nach Aussage des Skippers schon zu spaet dafuer, weswegen er schnurstracks den Rueckweg anpeilte.
Auf dem Rueckweg kippte es dann kurzfristig wie aus Kuebeln - was die Bootstour nicht gerade besonders entspannend machte.
Als die Truppe dann darauf wartete, dass Sam sie abholen wuerde, sind Dani und Jan-Willem noch ein letztes Mal baden gegangen - und zwar, weil der Zugang zum Strand hermetisch abgeriegelt war, indem sie vom Pier aus erstmal in die leicht oelige Bruehe sprangen und zum Strand rueberschwammen. Dort spielten die beiden Fussball am ziemlich steinigen Strand von Chaguaramas - Danis Fuesse sehen aus, als ob er beim Fakirspielen die A-Karte gezogen haette.
Zu Hause angekommen war dann erstmal komatoeses Schlafen angesagt, bis der Hunger die Bande im JCR zusammentrieb. Jost erklaerte sich freundlicherweise bereit, Pizza zu bestellen, was jedoch nach etwa einer halben Stunde herumprobierens fuer gescheitert erklaert werden musste. Daraufhin wurde ein zweiter Versuch, diesmal bei PizzaHut statt bei Mario's, gestartet. Schliesslich kamen dann doch noch zwei Pizzen.


posted by one of the lobsters at 21:40


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Nachtrag Dienstag, 18/06/2002

"Bye Bye Ms. American Pie"

Heute begann der Tag erstmal damit, dass Italien von einem Koreaner aus der WM gekickt wurde. Passenderweise spielt besagter Koreaner auch noch in der italienischen Liga. :)
Danach hiess es dann traenenreichen Abschied nehmen von Dani, der sich schon heute auf den Rueckweg nach Trinidad gemacht hat, weil er zu einem Anaesthesie-Kongress in San Fernando eingeladen wurde.
Praktischerweise hatte Dani die Treehugger mit an Bord, die sich natuerlich riesig freuten, ihn zu sehen; und da diese keine Fensterplaetze hatten, wurde Dani rekrutiert, reichlich Fotos aus dem Fenster zu machen, worueber er sich natuerlich sehr freute...
Heike und ich sind unterdessen zum Pigeon Point getapert und haben einen der sonnigsten Tage hier bisher genossen. Auf dem Hinweg sind wir wegen unseres Outfits (beide blaues T-Shirt und weisse Hose) angesprochen worden, ob wir Fussball-Fans seien.
Am Strand sorgte dann unter anderem ein Steeldrum-Spieler fuer Unterhaltung.
Abends sind wir dann wieder mal bei Pizza Boys eingekehrt.

Dani hat sich in San Fernando fuer den Kongress angemeldet. Am Nachmittag hat er sich dann im Internet am Main Campus ausgetobt - um dann die verbliebene Energie abends mit den Hollaendern in "The Base" zu verheizen. Die Taxifahrt war diesmal allerdings etwas weniger ereignisreich.

posted by one of the lobsters at 21:27


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Nachtrag Montag 17/06/2002

"We shall overcome..."

Heute sind wir richtig frueh aufgestanden und haben uns ein Auto gemietet (mal wieder bei Rattan's Car Rental, und auch wieder den wunderhuebschen goldenen Wagen vom letzten Mal).
Damit sind wir dann erstmal nach Scarborough gefahren und haben uns das Fort King George angesehen. Leider war der Weg etwas matschig, so dass Heike bedauerlicherweise erstmal eine ihrer Sandalen hinterliess. Gluecklicherweise gab es oben am Fort einen Wasserhahn, der das Malheur wieder beseitigen konnte.
Von dort ging es weiter Richtung Argyle Waterfalls. Dort haben wir uns erstmal an den Tourist Guides vorbeigeredet, die uns glauben machen wollten, ein Guide sei obligatorisch. Nachdem ich sie davon ueberzeugen konnte, dass wir vor ein paar Wochen schon einmal da gewesen seien, und damals noch kein Fuehrer vonnoeten gewesen sei, durften wir weiterfahren.
Dann sind wir so ungefaehr den Weg wie letztes Mal gegangen - nur rueckwaerts, bis wir schliesslich am untersten Becken des Wasserfalls angekommen waren. Unterwegs mussten wir uns noch kurz unter einem riesigen Bambusbaum und anschliessend unter dem Vordach eines Souvenirshops unterstellen, weil uns ein Regenguss ueberraschte - heisst ja auch Regenwald.
Wieder am Auto angekommen sind wir ganz dreist an der Tourist-Information-Bude vorbeigeheizt, wo man eigentlich wohl haette Eintritt bezahlen muessen. Aber wir waren einhellig der Meinung, bei unserem ersten Besuch schon mehr als reichlich bezahlt zu haben.
Auf der Strasse Richtung Speyside haben wir dann nach den King's Bay Wasserfaellen Ausschau gehalten - und sie gruendlich verpasst. In Speyside selbst wollten wir dann mal wieder eine Glasbodenbootstour unternehmen. Ein freundlicher Einheimischer setzte sich mehr oder weniger spontan zu uns ins Auto und lotste uns zum Startplatz hin - sicherlich gegen eine bescheidene oder weniger bescheidene Provision, aber na gut.
Da das Boot erst um 2 starten sollte, es aber gerade mal kurz nach 12 war, entschlossen wir uns kurzfristig, in Jemma's Treehouse Restaurant einzukehren. Es handelt sich dabei um ein Haus, das ueber der Krone eines Baumes direkt am Strand, quasi auf Pfaehlen errichtet worden ist. Das erwies sich als eine echte Spitzenentscheidung. Das Huehnchen, das uns hier aufgetischt wurde, war extrem lecker, und vor allem eine willkommene Ablenkung zu all dem Fastfood der letzten Wochen. Ausserdem ist der Blick ueber die Bucht, den man direkt durch das Fenster am Tisch hat, einfach toll.
Frisch gestaerkt ging es dann also auf die Bootstour. Als Begleitung kam noch eine Gruppe Amerikanerinnen leicht fortgeschrittenen Alters hinzu, die sich als echte Treehugger entpuppten und ueber jeden Vogel, jede Koralle und jeden Fisch insbesondere in Bezug auf den derzeitigen Gesundheitszustand, genauestens aufgeklaert werden wollen.
Auch die in der Tour inbegriffene Fuehrung ueber Little Tobago, eine kleine Insel vor der Nordostspitze Tobagos, die Ende des 19. (!) Jh. zum Vogelschutzgebiet erklaert wurde, gestaltete sich daher unwesentlich laenger als geplant - statt einer halben etwas mehr als eineinhalb Stunden.
Little Tobago hiess bis 1963 Paradise Bird's Island, weil sich ein adliger Englaender in den Kopf gesetzt hatte, hier ein Schutzgebiet fuer den (nicht heimischen) Paradiesvogel zu schaffen. Nach einem Hurricane 1963 war die Insel jedoch so verwuestet, dass die verbliebenen Paradiesvoegel irgendwann nicht mehr gesichtet wurden. Eine kostspielige Initiative, den Vogel wieder anzusiedeln ging dann in den Wirren eines Regierungswechsels unter - so dass die Hauptattraktion heute der Red-billed Tropical Bird ist - wie der in Deutsch heisst, wissen wir leider nicht, gesehen haben wir ihn - und eine ganze Reihe anderer Voegel (u.a. Fregattvoegel, Lachmoewen, Boobys (?) und und und). Auf dem Weg zum Aussichtspunkt haben wir dann auch eine Trapdoorspider (bzw. deren Nest) gesehen.
Nach unserem Inselaufenthalt sind wir dann ueber dem Riff zwischen den Inseln und der Kueste ausgiebig schnorcheln gegangen. Das Wasser war herrlich klar, so dass man richtig viel sehen konnte - und ausserdem war es relativ ruhig.
Die Tour hatte dann jedoch insgesamt so lange gedauert, dass sich der eigentlich geplante Rueckweg entlang der Nordkueste nicht mehr gelohnt haette, da wir ihn - mal wieder - im Dunkeln haetten zuruecklegen muessen. Daher entschieden wir uns kurzfristig, die etwas weniger kurvenreiche Suedstrasse zu nehmen, auf der wir gekommen waren.
Abends gab es dann - mal wieder - Pizza bei Pizza Boys.

posted by one of the lobsters at 21:24


wMonday, June 17, 2002


Nachtrag Sonntag, 16/06/2002

"Here comes the summer sun..."

Heute sind wir dann um 7:30 (man beachte die Schlafdauer von Dani!) von Sam abgeholt und zum Flughafen gebracht worden, weil wir den Flieger nach Tobago um 9:45 erwischen wollten. Unser Vertrauen in seine Aussage, wir wuerden den Flug sonst verpassen, erwies sich als unnoetig - wir sind dann doch schon mit der Maschine um 9:00 losgekommen. Der Sinn des ganzen wurde offenbar, als er uns eroeffnete, er muesse um 8:00 jemanden in der Naehe abholen. Eigentlich ein netter Kerl, aber manchmal............
Auf Tobago angekommen sind wir dann erstmal ins bewaehrte Surf Side Hotel eingezogen, und von dort weiter Richtung Pigeon Point marschiert. Dort kamen wir aber gar nicht an, weil wir unterwegs fuer eine Glasbodenboot-Tour rekrutiert wurden. Die restliche Dreiviertelstunde Wartezeit haben wir direkt am Strand bei den Booten ueberbrueckt - in Sichtweite des Pigeon Point.
Die Tour erwies sich als wesentlich besser als beim letzten Mal, weil der Guide eine ganze Menge mehr erzaehlte. Beim Schnorchelstop ueber dem Riff stieg er dann auch mit aus und zeigte uns ein paar Dinge, die wir alleine sicher uebersehen oder wenigstens nicht einordnen haetten koennen. Darunter einen ziemlich grossen Lobster (aber bei weitem nicht so rot wie meine Nase...), einen Angelfish und noch jede Menge anderes buntes Getier, dessen Namen ich mir nicht merken konnte. Der Hammer war jedoch, dass er irgendwann auf etwas zeigte, was ich erst gar nicht erkannte. Schliesslich nahm er direkt meinen Finger und zeigte damit auf einen Hai (!!!), der jedoch kurz darauf fluechtete. Kurze Zeit spaeter lag dann interessanterweise noch ein zweiter zwischen den Korallen - dieser war so ruhig, dass wir ihn alle in Ruhe ansehen und auch fotografieren konnten. Erst als Dani ihn einmal kurz an der Schwanzflosse beruehrte, zog er schliesslich von dannen.
Sehr beeindruckend!

Nach der Tour haben wir uns dann am Pigeon Point ausgeruht (der Guide setzte uns freundlicherweise direkt am Anleger ab - zum Glueck fuer uns gerade rechtzeitig, bevor sein Aussenbordmotor endgueltig den Geist aufgab, denn der hatte vorher schon zweimal gestreikt).
Wir haben uns erstmal ein wenig von der Sonne braten lassen und sind zwischendurch immer mal wieder baden gewesen. Spaeter zogen dann immer mehr Wolken auf, so dass wir so gegen halb fuenf schliesslich wieder zurueck zum Hotel gezogen sind.



posted by one of the lobsters at 00:11


wSunday, June 16, 2002


Nachtrag Samstag 15/06/2002

"I can't stand the Rain..."

Die Regenzeit scheint uns wirklich eingeholt zu haben, denn auch heute hat es fast den ganzen Tag ueber wie aus Eimern gekippt. Das war dann auch der Grund dafuer, das wir unseren eigentlich geplanten Ausflug zu den kleinen Inseln vor der Nordwestkueste spontan gecancelled haben. Am Nachmittag sind wir dann kurzfristig zum Grand Bazaar aufgebrochen, um etwas zu essen und ein paar Lebensmittel zu kaufen.
Abends ist dann der harte Kern, bestehend aus Maud, Laurens, John plus neuer Freundin sowie Dani nochmal in "The Base" gestartet. Allein die Hinfahrt muss schon reichlich verwegen gewesen sein, weil der Taxifahrer selbsttaetig beschloss, allen einen neuen Club zu zeigen und schlicht am Base vorbeifuhr - und sich auch auf dreimaliges Nachfragen nur schwer ueberreden liess, umzudrehen. Die also eigentlich geplante Rueckfahrt wurde somit gleich wieder abbestellt.
Eigentlich wollte die Truppe dann mit Johns Freundin zurueckfahren, was sich insofern als schwierig erwies, weil John an jenem Abend erstmal eine neue Discobekanntschaft umtanzen musste.
Schliesslich kam er dann irgendwann freudestrahlend an, er habe eine Rueckfahrmoeglichkeit aufgetan. Leider hatte besagter Fahrer offenbar schon ein wenig die Happy Hour ausgekostet, denn es ging zunaechst in Schlangenlinien, spaeter mit der Mittellinie als grober Richtschnur gen Port-of-Spain zurueck, bis der Wagen schliesslich irgendwann in der nicht eben feinsten Gegend einfach anhielt. Der Fahrer verabschiedete sich, er wolle noch ein bisschen was trinken gehen.
Dani musste ein wenig kaempfen, um dann schliesslich den Fahrer zur Weiterfahrt zum City Gate zu ueberreden, von wo aus das langersehnte MaxiTaxi (so gegen 6 Uhr morgens) die Truppe schliesslich zurueck nach Mt. Hope brachte.

posted by one of the lobsters at 23:59


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Nachtrag Freitag 14/06/2002

"Rain... Black Rain..."

Nach unserem Turtle-Abenteuer haben wir erstmal den halben Vormittag verschlafen. Leider hat es fast den ganzen Tag geregnet, so dass wir im Wesentlichen zu Hause herumgesessen und Karten gespielt, um uns die Zeit zu vertreiben. Am Abend ist Dani dann mit der Bande Hollaender, John, dessen Freundin Sekayi und den beiden Finninnen ins "Pier 1" gestartet. So gegen 5 Uhr morgens war dann deren Rueckkehr nicht wirklich zu ueberhoeren. Offenbar war es ein extrem unterhaltsamer Abend.

posted by one of the lobsters at 23:48